Unser Cartoon oben soll zum Nachdenken anregen. Ich höre etwa von Migranten, dass sie die stete Frage nach Herkunft und Ursprung manchmal stresst. Immer und immer wieder zu erklären, woher man ganz ursprünglich stammt, kann ermüden und den Eindruck erwecken, dass ohne die Klärung dieser Frage eine Fortsetzung des Gesprächs oder der Begegnung nicht möglich sei.

Und eigentlich stimmt es, auch als Schweizer mit Heimatort im Emmental kann ich meine Herkunft nicht wirklich allzuweit zurückverfolgen. Aber noch wichtiger: Dass ich heute hier lebe oder gar geboren bin, dazu habe ich sichtlich wenig beigetragen. Ich realisiere, Heimat ist ein Geschenk. Und ich habe mir überlegt, wie würde ich auf die Frage nach meiner ursprünglichen Herkunft antworten?

 

Mir kommt dazu eine Stelle aus dem Philipperbrief in den Sinn: «Wir dagegen sind Bürger des Himmels, und vom Himmel her erwarten wir auch unseren Retter – Jesus Christus, den Herrn. Er wird unseren unvollkommenen Körper umwandeln und wird ihn seinem eigenen Körper gleichmachen, der Gottes Herrlichkeit widerspiegelt. Er hat die Macht dazu, genauso, wie er auch die Macht hat, das ganze Universum seiner Herrschaft zu unterstellen» (3,20.21).

In unseren Begegnugnen mit anderen Kulturen werden wir immer wieder auch an unsere Unvollkommenheit erinnert: Wir sind manchmal einfach überfordert mit den kulturellen oder sprachlichen Unterschieden. Aber wir dürfen uns auf jene Zeit freuen, wenn wir alle als Himmelsbürger wieder in unserer eigentlichen Heimat, an unserem wirklichen Ursprungsort ankommen und Gott in seiner Herrlichkeit gemeinsam anbeten dürfen.

 

 

Marc Jost aus Thun, Ursprungsort unbekannt 😉
11.3.2021