Reisen bringt Abwechslung. Seit die Corona-Situation nicht mehr so bedrohlich ist, kann man wieder reisen. Aber was ist, wenn man im Ausland steckenbleibt?

Zwei junge Erwachsene aus meiner Verwandtschaft konnten am Anfang der Corona-Pandemie mehrere Wochen nicht aus Peru zurückkehren, bis endlich ein Repatriierungsflug organisiert wurde. Aber wie ist es, wenn man gar nicht mehr nach Hause kann?

Genau das ist Opango Nloha passiert. Vor vier Jahren kam er für eine Geschäftsreise in die Schweiz, um an einer UNO-Konferenz einen Vortrag über die Menschenrechtssituation im zentralen Afrika zu halten. Am Tag nach dem Vortrag erhielt er einen Anruf seiner Frau: Sie war zuhause von Sicherheitskräften überfallen worden, die nach belastenden Dokumenten suchten, die Opango gesammelt hatte.

 

Asylgesuch als einziger Ausweg

Schnell wurde ihm klar, dass er bei seiner Rückkehr nach Kamerun die sofortige Verhaftung riskierte. Und was eine Inhaftierung bedeutete, war ihm als Aktivist, der menschenrechtliche Missstände dokumentierte, nur zu vertraut. Opango sah sich gezwungen, ein Asylgesuch in der Schweiz zu stellen, um diesem Schicksal zu entgehen.

Wie Opango die Situation und den Alltag als Asylsuchender in der Schweiz erlebt hat, schildert Pascal Honla in seinem Buch «Das Labyrinth». Wie er im Vorwort schreibt, ist es seine eigene Geschichte, aber es fiel ihm leichter, sie in der dritten Person mit einem fiktiven Namen zu schreiben.

Im Labyrinth des Verfahrens

Über mehrere Stationen landete Pascal in Winterthur. Ich lernte ihn vor drei Jahren an einem interkulturellen Fest kennen und war damals schon verblüfft von seinen Deutschkenntnissen. Von Anfang an lernte er intensiv und bei jeder Gelegenheit Deutsch. Inzwischen konnte er sogar sein 200-seitiges Buch auf Deutsch schreiben.

Pascals Geschichte hat mich gepackt – das Buch ist wirklich gut geschrieben – aber auch nachdenklich hinterlassen. Vor allem bietet es eine einmalige Gelegenheit, das Leben eines Asylsuchenden aus seiner Perspektive zu entdecken.

 

Pascal Honla hat das Buch 2022 im Eigenverlag herausgebracht. Man kann es zum Preis von Fr. 28.50 (plus Porto Fr. 5.00) direkt bei ihm bestellen: yvespascalh@gmail.com

 

Weitere Angaben zum Buch: https://www.solinetz-winterthur.ch/post/das-labyrinth

Labyrinth

Autor: Johannes Müller

Foto: African Link (Programm mit Pascal und Johannes in der Viva-Gemeinde Schaffhausen)

Erstellt: 15.9.22