Als ich 2017 sie Leitung der AG interkulturell übernahm war die interkulturelle Arbeit in der Schweiz vor allem fokussiert auf Projekte und praktische Hilfestellungen für Menschen, die in der Flüchtlingskrise bei uns ankamen. Viele Gemeinden und Organisationen haben damals wertvolle Erfahrungen mit Menschen aus anderen Kulturen gesammelt. In den letzten Monaten trat die interkulturelle Thematik vermehrt in den politischen und medialen Hintergrund. Doch es braucht unseren Effort immer noch. Wir sollten weiterhin an unserer Willkommenskultur arbeiten und in die Begleitung von Menschen mit Migrationshintergrund investieren. Ich arbeite heute in einem Betreuten Wohnen und habe zum Beispiel Einblicke in die Arbeitsintegrationsprogramme. Ich erkenne, wie der Staat und seine Partner herausgefordert sind, den langen Integrationsweg zu gehen. Ich wünsche mir, dass immer mehr Kirchen und Organisationen in diesen langen aber auch nachhaltigen Prozess einsteigen würden und nicht nur kurzlebige Projekte auf offensichtliche Nöte von damals anbieten, sondern als nachhaltige Player im Integrationsprozess wahrgenommen werden. Gerade in der Sozialen Integration braucht es uns. Ich bin dankbar über alle die Vorbilder, die ich in den letzten Jahren kennen gelernt habe. Wer bei interkulturell dabei ist, kann sie auch kennenlernen 😊!

Meine interkulturelle Tätigkeit hat sich verändert. Vor 14 Jahren war ich erstmals bei einem Treffen der damaligen AGIK dabei. Ich unterstützte die Taskforce ab 2014 in der Umstrukturierung und der Anstellung des ersten Koordinators. Im Juni 2017 übernahm ich neben meiner Tätigkeit bei OM Schweiz das Präsidium von interkulturell, welches ich bis im Dezember innehatte. Die im Sommer lancierten Seminare der interkulturellen Weiterbildung begleite ich weiterhin in meiner Freizeit.
Ich trete bei interkulturell einen Schritt zurück – doch die Interkulturalität der Schweiz ist mir täglich präsent!

 

Matthias Ettlin, Zürich 16.03.2021