Auf dem Weg zur Integration

„Viele Migranten kommen ohne ihre Familien in die Schweiz. Ihre erste Familie in der Schweiz ist die Kirche“. Das erzählt ein kongolesischer Gemeindeleiter am runden Tisch der Arbeitsgemeinschaft interkulturell Ende Juni in Bern. Er ist selber Migrant und hat viele andere Migranten begleitet.

 

Am runden Tisch treffen sich einmal im Jahr Vertreter von Schweizer Gemeindeverbänden, internationalen Gemeinden, christlichen Werken, und auch sonstige Interessierte. Der Anlass wird von der Arbeitsgemeinschaft interkulturell organisiert, um Themen rund um die Zusammenarbeit zwischen Schweizer Gemeinden und internationalen Gemeinden (Migrationskirchen) und andere interkulturelle Themen zu diskutieren.

 

Dieses Jahr handelte es sich um die Integration. Welche Phasen und Emotionen durchlaufen Migranten nach ihrer Ankunft in der Schweiz? Was ist eine gelungene Integration? Und vor allem: wie können sowohl internationale wie auch Schweizer Gemeinden Migranten während diesem Prozess begleiten?

 

 

Wie können Migranten begleitet werden?

Nach dem ersten Einleben kommen viele Migranten in eine Phase der Ernüchterung, die sich zu einem richtigen Tiefpunkt weiterentwickeln kann. Sie kommen mit dem Deutschlernen nur langsam vorwärts. Sie verlieren die Hoffnung auf eine gute Arbeitsstelle. Sie fühlen sich in der Schweiz immer noch fremd.

 

In dieser Zeit sind Beziehungen zu anderen Menschen entscheidend. Ein Schweizer Gemeindeleiter erzählt, wie er kürzlich Zeit mit einer Migrantin verbrachte, die keine Arbeit hatte. Es war ihm nicht möglich, ihr Problem zu lösen. Was er aber konnte, war, mit ihr zu reden und für sie zu beten. Wenige Tage später kam sie strahlend auf ihn zu und erzählte, Gott habe das Gebet erhört, sie habe eine Stelle bekommen!

 

So sind es schlussendlich nicht wir, die Migranten helfen können, sondern Gott. Und doch glauben wir, dass Gott uns den Auftrag gibt, Menschen zu begleiten, damit sie sagen können: „In der Schweiz bin ich nicht mehr fremd“.

 

Autor: Susanna Pope
Foto: AG interkulturell
4.7.2019