&Cultures ist eine modulare Ausbildung für Menschen mit Migrationshintergrund. Während 18 Modulen beschäftigen wir uns mit Themen wie Gemeindegründung, interkultureller Arbeit/ Kulturen und Evangelisation. Im &Cultures lernst du, wie man eine Arbeit unter Migranten aufbaut und nachhaltig zum Wachsen bringt. Dazu suchen wir Menschen mit Migrationshintergrund, die eine Sicht für Gemeindegründung und Evangelisation haben. Wir suchen Menschen, die ein Anliegen für ihre eigene Volksgruppe haben und dieses Anliegen auch praktisch umsetzen wollen

 

Egzon Shala von Leitungsteam, hat Siawash (Student von &Cultures) zu seiner Lebensgesichte interviewt.

 

Siawash, wie war dein Leben in Afghanistan?
Ich komme zwar aus Afghanistan, musste mit meiner Familie aber in der Iran flüchten, als ich erst 9 Monate alt war. Dort bin ich dann aufgewachsen.

 

Wie war dann das Leben im Iran, wo du somit ja auch als Ausländer aufgewachsen bist?
Leider werden die Afghanen im Iran immer als Ausländer betrachtet. Sie dürfen nicht am gleichen Ort wohnen, dürfen nicht Auto fahren, nicht dieselben Arbeiten ausführen, keine SIM-Karte besitzen… – es war sehr schwierig!

 

Wie bist du damit umgegangen? Warst du nicht frustiert?
Doch, ich habe es sehr schwierig erlebt. Nachdem ich mit 20 Jahren heiratete, fing ich 2 Jahre später an, Drogen zu nehmen. Immer mehr hat dies mein Leben kaputt gemacht, bis sich meine Frau sogar von mir scheiden lassen wollte.

 

Was ist dann passiert? Wie bist du frei davon geworden?
Ich konnte mir leider nicht helfen. Auch meine Familie hat es versucht, ich habe Entzüge gemacht, aber nichts hat funktioniert.
Ich hatte einen Kollegen von früher, der Christ war. Ich habe ihm aber nie wirklich vertraut. Als er mich einmal in seinen Hauskreis einlud, beteten sie dort für mich und ich hatte plötzlich kein Verlangen nach Drogen mehr! Die Nacht darauf hatte ich allerdings Entzugserscheinungen, Schmerzen, und dachte, ich kann das nicht. Da habe ich eine Stimme gehört, die mir sagte: „Siawash, du kannst frei werden! Hier, nimm meine Hand und vertraue mir.“

 

Und da hast du dann dein Leben Jesus gegeben?
Ehrlich gesagt, nein. Es war sehr schwierig für mich. Erst nachdem ich 2 Jahre mit dieser Gruppe unterwegs war, konnte ich mein Leben ganz Jesus hingeben und ihm voll vertrauen.
Nach vier Jahren hat meine Frau gesehen, wie sich mein Leben verändert hat und hat ihr Leben auch Jesus gegeben.

 

Warum bist du schliesslich vom Iran in die Schweiz gekommen?
Ich konnte dort meinen Ausweis nicht mehr verlängern und musste den Iran verlassen.

 

Was machst du jetzt in Bern? Was ist dein Wunsch für die Afghanen hier?
Jede zweite Woche treffen wir uns in einem afghanischen Hauskreis; zusätzlich auch regelmässig in einer Farsi-sprechenden Gruppe, wo jeweils bis zu 80 Leute kommen.

Ich wünsche mir ein Afghanistan ohne Krieg! Aber vor allem auch, dass die Leute Jesus kennen lernen und seine Liebe erfahren, sodass sie einander nicht mehr bekämpfen müssen.

 

Autor: Nate Jakob, Team Cultures
Foto: &Cultures
10.04.2019